So funktioniert Intervallfasten wirklich. Abnehmen mit 16 zu 8. Erfahrung, Tipps & Risiken im Überblick.
Stell dir vor, du könntest abnehmen, deinen Stoffwechsel verbessern und dich dabei trotzdem satt und zufrieden fühlen – und das ganz ohne komplizierte Diätpläne oder ständiges Kalorienzählen. Klingt spannend? Genau darum geht’s heute: um Intervallfasten. Du erfährst, wie es funktioniert, warum es bei vielen Menschen so gut wirkt, welche Varianten es gibt, was du essen solltest, was nicht, welche Nebenwirkungen auftreten können – und vor allem, wie du es Schritt für Schritt in deinen Alltag einbaust.
Bevor wir loslegen, noch ein wichtiger Hinweis: Das hier ist eine allgemeine Bildungsressource und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn du eine Erkrankung wie Diabetes hast oder Medikamente einnimmst, dann sprich unbedingt vorher mit deinem Arzt oder deiner Ärztin.
Fangen wir ganz vorne an: Was ist eigentlich intermittierendes Fasten?
Im Kern ist es kein Diätplan, bei dem du genau vorgeschrieben bekommst, was auf deinem Teller liegt, sondern eher ein Rhythmus, in dem sich Phasen des Essens und Phasen des Fastens abwechseln. Der Fokus liegt also weniger auf dem „Was“ und viel mehr auf dem „Wann“. Viele nutzen diese Methode, um Gewicht zu verlieren, ihre Stoffwechselgesundheit zu verbessern oder einfach die tägliche Kalorienaufnahme besser im Griff zu behalten.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du das umsetzen kannst. Zwei davon sind besonders beliebt:
Erstens das 5 zu 2-Modell – du isst an fünf Tagen in der Woche ganz normal und reduzierst an zwei nicht aufeinanderfolgenden Tagen deine Kalorienzufuhr deutlich, auf etwa 500 bis 600 kcal. Zweitens das zeitlich eingeschränkte Essen, auch Time-Restricted Eating genannt – hier wählst du ein tägliches Essfenster, zum Beispiel 16:8. Das bedeutet: 16 Stunden am Stück wird gefastet, und innerhalb der verbleibenden acht Stunden isst du deine Mahlzeiten. Es gibt auch Varianten wie 18 zu 6 oder 14 zu 10.
Aber eines muss klar sein: Intervallfasten ist nur ein Werkzeug, um ein Kaloriendefizit zu erreichen. Wenn du in deinen Essphasen ständig energiedichte, stark verarbeitete Lebensmittel isst, wird sich auf der Waage wahrscheinlich nicht viel tun.
Warum kann Intervallfasten überhaupt so gut beim Abnehmen helfen?
Das Geheimnis liegt in deinem Energiestoffwechsel, genauer gesagt im Zusammenspiel von Insulin, Glykogenspeichern und der Fähigkeit, Körperfett als Energiequelle zu nutzen.
Wenn du isst – besonders kohlenhydratreiche Lebensmittel – steigt dein Blutzuckerspiegel. Darauf reagiert die Bauchspeicheldrüse, indem sie Insulin ausschüttet. Dieses Hormon sorgt dafür, dass die Glukose aus dem Blut in die Zellen transportiert wird. Überschüssige Energie wird dabei in Form von Glykogen in Leber und Muskeln gespeichert oder als Fett im Fettgewebe eingelagert.
Sobald du längere Zeit nichts isst, sinkt dein Insulinspiegel. Und genau das ist das Signal für deinen Körper: Zeit, gespeicherte Energie freizugeben. Zuerst greift er auf die schnell verfügbaren Energiereserven in der Leber zu – das sogenannte Leberglykogen. Sind diese Speicher geleert, beginnt dein Körper verstärkt, Fettreserven anzuzapfen und zu verbrennen. Diesen Umschaltpunkt erreichst du beim Fasten deutlich leichter als bei ständigem Snacken.
Glykogen oder Fett – wer liefert wann Energie?
Die Glykogenspeicher in deiner Leber sind begrenzt. Sind sie voll, reicht das für eine gewisse Zeit. Sind sie leer – etwa nach längeren Fastenperioden oder kalorienärmeren Tagen – muss der Körper automatisch auf Fett zurückgreifen. Dieser Wechsel ist einer der Gründe, warum Intervallfasten so effektiv sein kann, wenn es um Fettabbau geht – vorausgesetzt, du hast insgesamt ein Kaloriendefizit.
Neben dem Fettabbau kann Intervallfasten noch andere Effekte auf deinen Stoffwechsel haben:
Studien zeigen, dass die Insulinsensitivität verbessert werden kann, besonders bei Übergewichtigen oder Menschen mit einer Insulinresistenz.
Auch auf hormoneller Ebene passiert etwas: Fasten beeinflusst Hormone wie Leptin, Ghrelin oder Noradrenalin, die Hunger- und Energieregulation steuern.
Und dann gibt es noch einen spannenden Prozess namens Autophagie: In längeren Fastenphasen baut dein Körper beschädigte Zellbestandteile ab und recycelt sie – eine Art Zellreinigung von innen.
All diese Effekte sind interessant, aber der Hauptmotor für Gewichtsverlust ist und bleibt die Kalorienbilanz.
Kommen wir zu den praktischen Methoden.
Beim 5 zu 2-Fasten ist der Ablauf einfach: fünf Tage normal essen, zwei Tage deutlich reduzieren – etwa auf 500 kcal bei Frauen oder 600 kcal bei Männern. Vorteil: Es ist flexibel und psychologisch oft leichter, nur an zwei Tagen zu verzichten, statt jeden Tag. Nachteil: Wer an den normalen Tagen zu sehr übertreibt, macht die Einsparung schnell wieder zunichte.
Beim 16 zu 8-Fasten liegt dein tägliches Essfenster bei acht Stunden – zum Beispiel von 12 bis 20 Uhr. Vorteil: Einfach in den Alltag integrierbar, besonders wenn du ohnehin kein Frühstückstyp bist. Nachteil: Manche kämpfen morgens mit Hunger oder fühlen sich schlapp. Wer sehr früh aufsteht oder körperlich hart arbeitet, kann auf ein anderes Zeitfenster wie 14:10 ausweichen.
Es gibt außerdem noch andere Varianten wie 18 zu 6 oder „Alternate Day Fasting“ – jeden zweiten Tag fasten. Welche Methode am besten zu dir passt, hängt von deinem Tagesablauf, deinem Beruf, deinem Schlafrhythmus, deiner sportlichen Aktivität und deinen Vorlieben ab.
Fasten allein bringt nichts, wenn in den Essphasen die falschen Lebensmittel dominieren.
Deshalb kommen hier fünf Lebensmittelgruppen, die in deinem Essfenster einen festen Platz haben sollten – am besten in jeder Mahlzeit.
Erstens: Vollkornprodukte und stärkehaltige, langsame Kohlenhydrate wie Haferflocken, Vollkornbrot, Naturreis oder Quinoa. Sie halten deinen Blutzuckerspiegel stabil und sorgen für langanhaltende Energie.
Zweitens: Mageres Fleisch und Fisch, um ausreichend Protein zu bekommen – zum Beispiel Hähnchen ohne Haut, Pute, Kabeljau oder Lachs. Gerade fettreiche Fische wie Lachs oder Makrele liefern dir zusätzlich wertvolle Omega-3-Fettsäuren.
Drittens: Milchprodukte mit niedrigem Fettanteil, wie fettarme Milch, Magerquark oder fettreduzierter griechischer Joghurt. Sie sind gute Kalzium- und Proteinquellen – achte nur darauf, dass kein unnötiger Zucker zugesetzt ist.
Viertens: Obst und Gemüse – bunt, abwechslungsreich, am besten verschiedene Farben auf dem Teller. Gemüse kannst du reichlich essen, Obst etwas moderater, wegen des Fruchtzuckers.
Fünftens: Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen oder Kichererbsen. Sie liefern dir Protein, Ballaststoffe und sättigen lange.
Genauso wichtig: Lebensmittel, die du besser meidest.
Dazu zählen stark verarbeitete, raffinierte Kohlenhydrate wie Weißbrot oder weiße Pasta. Zuckerreiche Produkte wie Softdrinks oder Süßigkeiten. Schwere tierische Fette wie Schmalz oder Talg. Zu viel rotes und verarbeitetes Fleisch wie Bacon oder Würstchen. Und stark verarbeitete Fertigprodukte wie Kuchen oder Fertiggerichte, die oft Zucker, gesättigte Fette und Zusatzstoffe enthalten.
Wenn du abnehmen möchtest, reduziere diese Lebensmittel deutlich und setze stattdessen auf proteinreiche, ballaststoffreiche und nährstoffdichte Alternativen.
Damit Intervallfasten langfristig funktioniert, brauchst du eine Strategie.
Starte langsam, zum Beispiel mit einem 14 zu 10-Fenster, und steigere dich zu 16 zu 8. Achte auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr – Wasser, ungesüßter Tee oder schwarzer Kaffee sind ideal. Plane deine Mahlzeiten so, dass sie nährstoffreich sind und ausreichend Protein enthalten – etwa 1,2 bis 1,6 g pro Kilogramm Körpergewicht.
Kombiniere das Ganze mit Bewegung, besonders Krafttraining, um Muskeln zu erhalten. Und vermeide den klassischen Fehler, nach der Fastenphase im Essfenster zu übertreiben – sonst ist der Effekt schnell weg.
Natürlich hat Intervallfasten auch mögliche Nebenwirkungen.
Zu Beginn sind Kopfschmerzen, Hunger oder Reizbarkeit nicht ungewöhnlich. Manche haben Verdauungsprobleme, wenn sie zu wenig Ballaststoffe und Flüssigkeit zu sich nehmen. Vorsichtig sein sollten Menschen mit Diabetes, Schwangere und Stillende, Personen mit Essstörungen oder bestimmten chronischen Erkrankungen.
Wie sieht so ein Tag im 16 zu 8-Rhythmus aus?
Von 20:00 Uhr abends bis 12:00 Uhr mittags wird gefastet – erlaubt sind Wasser, schwarzer Kaffee oder ungesüßter Tee. Um 12:00 Uhr startest du mit einer Schüssel Haferflocken, fettarmem griechischen Joghurt, einer Handvoll Beeren, Nüssen und etwas Zimt.
Um 15:00 Uhr ein Snack – ein Apfel mit Magerquark oder Karotten mit Hummus.
Zum Abendessen gegen 18:30 Uhr gibt es gegrilltes Hähnchen oder Lachs, eine große Portion Gemüse, dazu Quinoa oder Süßkartoffel und einen kleinen Salat mit Olivenöl. Wenn noch Platz im Kalorienbudget ist: eine Handvoll Nüsse oder ein Stück dunkle Schokolade.
Noch ein paar häufige Fragen:
Hilft IF jedem beim Abnehmen? Nicht automatisch – die Kalorienbilanz zählt.
Ist Frühstück wichtig? Das ist individuell – probiere aus, was dir guttut.
Baut man Muskeln ab? Nur bei zu wenig Protein und ohne Krafttraining.
Wie schnell sieht man Erfolge? Manche nach Wochen, andere nach Monaten – Geduld ist entscheidend.
Mein Fazit: Intervallfasten ist flexibel, wissenschaftlich fundiert und kann ein starkes Werkzeug zum Abnehmen sein – wenn es zu deinem Leben passt. Achte in den Essphasen auf nährstoffreiche, wenig verarbeitete Lebensmittel, bleib in Bewegung und höre auf deinen Körper. Es ist kein Allheilmittel, aber eine Methode, die in Kombination mit gesunder Ernährung und Bewegung für viele funktioniert.
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